In den USA eskaliert der Konflikt zwischen Präsident Donald Trump und Tech-Milliardär Elon Musk. In sozialen Medien und öffentlichen Auftritten liefern sich beide gegenseitige Attacken. Derweil stürzt die Tesla-Aktie weiter ab.
Von der Partnerschaft zur offenen Feindschaft Noch vor wenigen Monaten galten Trump und Musk als enge Verbündete im Weissen Haus. Doch diese Allianz ist vorbei. «Wir hatten eine grosse Beziehung, aber Elon hat mich sehr enttäuscht», erklärte Trump im Oval Office gegenüber Journalisten. Musk konterte live auf X (vormals Twitter): «Ohne mich hätte er die Wahl nicht gewonnen.» Zudem unterstellte Musk dem Präsidenten Verbindungen zu den berüchtigten Epstein-Akten: «Trump steckt in den Epstein-Dokumenten. Deshalb wurden sie nie veröffentlicht.»
Rückzug aus Regierungsaufträgen und Börsenbeben Musk kündigte auf X zudem an, SpaceX werde die Dragon-Raumschiffe aus dem NASA-Programm abziehen, nachdem Trump gedroht hatte, Regierungsaufträge und Subventionen für Musk’s Firmen zu streichen. Dies habe den einfachsten Sparansatz für den Haushalt geboten, schrieb Trump auf Truth Social.
Tesla reagierte empfindlich auf die Eskalation: Die Aktie verlor weitere 8 %, was rund 100 Milliarden Dollar an Unternehmenswert vernichtete.
Spannungen über Ausgabenpolitik Auslöser des Zerwürfnisses war das neue Ausgabengesetz «One Big Beautiful Bill». Trump warf Musk öffentlich vor, die internen Mechanismen beeinflusst zu haben. Musk wies dies zurück und kritisierte stattdessen die Nachtabstimmung über das Gesetz und die Bevorzugung von Öl- und Gasindustrien gegenüber erneuerbaren Energien.
Umfrage zur Gründung einer neuen Partei Als weitere Provokation startete Musk eine Umfrage auf X: «Ist es Zeit für eine neue politische Partei, die 80 % der Mitte repräsentiert?» Innerhalb einer Stunde stimmten 84 % der rund 300’000 Teilnehmenden dafür.
Rückschlag für Trumps Agenda Das Weisse Haus sprach von einem «bedauerlichen Vorfall». Sprecherin Karoline Leavitt betonte gegenüber CNN, dass der Präsident auf den Erfolg des Gesetzes fokussiert sei. Musks Vorwurf in Richtung Epstein-Dokumente wies sie zurück.
Auch Trumps geplante Zölle stiessen bei Musk auf Kritik: «Trumps Zölle werden in der zweiten Jahreshälfte eine Rezession auslösen», warnte der Tesla-Chef auf X. Zudem teilte er einen Beitrag, in dem zur Amtsenthebung Trumps und dessen Ersatz durch JD Vance aufgerufen wurde.
Laut ansa.it haben sich Musk und Trump in den letzten Monaten zunehmend öffentlich voneinander entfernt. Trotz intensiver gemeinsamer Projekte nach der Twitter-Übernahme durch Musk scheint das politische Bündnis nun endgültig zerbrochen zu sein.
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