SGK-N will Elternzeit über Mutterschaftsurlaub regeln – Kritik von Travail.Suisse und Allianz für Familienzeit-Initiative
Die nationale Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK-N) hat entschieden, zwei Standesinitiativen zur Einführung einer nationalen Elternzeit zu unterstützen – gleichzeitig aber einen Antrag formuliert, der den bestehenden Mutterschaftsurlaub antasten würde. Travail.Suisse spricht von einem Frontalangriff auf die Rechte der Mütter und fordert eine echte Elternzeit mit klaren Regeln für beide Elternteile.
Elternzeit durch Umwandlung des Mutterschaftsurlaubs?
Die SGK-N folgt zwar grundsätzlich den Standesinitiativen aus Jura und Genf für eine nationale Elternzeit, schlägt jedoch vor, diese durch eine sogenannte „Flexibilisierung“ des Mutterschaftsurlaubs umzusetzen. Damit würde der gesetzlich verankerte Schutz für Mütter aufgeweicht – ein Schritt, den Travail.Suisse entschieden ablehnt.
Rückschritt statt Fortschritt
Bereits in früheren Debatten zur Einführung eines Vaterschaftsurlaubs sei versucht worden, den Mutterschaftsurlaub infrage zu stellen. Laut Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse, wiederhole sich dieses Muster nun unter dem Vorwand der Gleichberechtigung.
Travail.Suisse kritisiert die Pläne scharf und warnt vor einer Schwächung der Gesundheit und sozialen Absicherung von Müttern in der sensiblen Zeit nach der Geburt.
Familienzeit-Initiative fordert 18 Wochen Elternzeit für beide
Als Reaktion auf die Entwicklungen lancierte Travail.Suisse gemeinsam mit einer breiten Allianz die Familienzeit-Initiative. Sie fordert eine Elternzeit von je 18 Wochen für beide Elternteile, die nicht übertragbar und abwechselnd zu beziehen ist. Zudem sollen Eltern mit tiefem Einkommen Anspruch auf 100 % Erwerbsersatz erhalten.
Vizepräsidentin Léonore Porchet betont die Dringlichkeit: „Der Angriff auf den Mutterschaftsurlaub zeigt, wie wichtig die Initiative für echte Gleichstellung ist.“
Statt echter Gleichstellung droht mit dem Vorschlag der SGK-N eine Aushöhlung der bisherigen Mutterschaftsrechte. Travail.Suisse setzt mit der Familienzeit-Initiative einen Kontrapunkt – und fordert eine umfassende, faire Lösung für Eltern, Kinder und die Zukunft der Familienpolitik.
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