Gaza (UN) – Die IPC-Initiative hat im August 2025 für Teile des Gazastreifens offiziell eine Hungersnot festgestellt. Die israelische Regierung behauptet, die Kriterien seien gesenkt worden – doch ein ARD-Faktencheck zeigt, dass diese Darstellung falsch ist.
Am 22. August 2025 rief die IPC die höchste Warnstufe «Hungersnot» aus. Das IPC-System („Integrated Food Security Phase Classification“) dient weltweit zur Einstufung von Ernährungskrisen.
Israels Vorwurf: Kriterien manipuliert
Das israelische Aussenministerium erklärte, für Gaza sei der Grenzwert für Unterernährung bei Kindern von 30 auf 15 Prozent gesenkt worden. Dadurch solle eine Hungersnot vorgetäuscht werden.
Laut ARD-Faktenfinder und NDR-Verifikation stimmt das nicht: Israel verwechselt zwei unterschiedliche Erhebungsmethoden. Eine Anfrage an die israelische Regierung blieb unbeantwortet.
IPC-Methode bereits mehrfach genutzt
Die für Gaza angewandte Methodik ist keine Ausnahme. Sie wird seit 2019 in Kriegs- und Krisengebieten eingesetzt. Zuvor wurde sie bereits 2024 im Sudan und 2020 im Südsudan genutzt.
In den letzten 15 Jahren wurde eine Hungersnot weltweit nur in vier Fällen festgestellt.
IPC-Initiative und beteiligte Organisationen
Die IPC-Initiative wird von den Vereinten Nationen geleitet. Zu den Mitgliedern gehören:
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das Welternährungsprogramm (WFP)
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UNICEF
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die Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Diese Organisationen bestätigen, dass keine Sonderregeln für Gaza angewandt wurden.
