Verspätungen, überfüllte Züge und Baustellen: Der Alltag auf Schweizer Schienen bringt Pendlerinnen und Pendler zunehmend an ihre Grenzen
Schweiz – April 2025
Die Schweiz gilt als Land der Pünktlichkeit – vor allem im öffentlichen Verkehr. Doch für viele Pendlerinnen und Pendler ist diese Vorstellung längst zur täglichen Belastungsprobe geworden. Trotz eines der bestausgebauten Bahnnetze Europas kämpft die SBB mit verspäteten Zügen, technischen Störungen, Personalengpässen und Baustellen. Die Folge: Unzuverlässige Verbindungen, Gedränge in den Wagen und ein spürbarer Verlust an Vertrauen in das einstige Vorzeigesystem.
Pendeln unter Druck – was läuft schief?
Täglich nutzen rund 1,3 Millionen Menschen die SBB, viele davon auf dem Weg zur Arbeit. Doch statt effizient und stressfrei zur Arbeitsstelle zu gelangen, berichten viele von:
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regelmässigen Verspätungen
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Zugausfällen ohne Vorwarnung
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überfüllten Waggons, besonders zu Spitzenzeiten
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fehlender oder kurzfristig geänderter Kundeninformation
Die Folge: verpasste Anschlüsse, gestresste Reisende und Unmut gegenüber dem System, das sich einst durch seine Verlässlichkeit auszeichnete.
Die Gründe: Ein komplexes Zusammenspiel
1. Baustellen auf Rekordniveau
Die SBB investiert massiv in den Unterhalt und Ausbau der Infrastruktur – ein positiver Aspekt, der jedoch zu immer häufigeren Streckenunterbrüchen und Umleitungen führt.
2. Mangel an Personal
Lokführer-Mangel, Unterbesetzungen bei der Kundenbetreuung und Verspätungen durch kurzfristige Personalausfälle bringen selbst dichte Taktfahrpläne durcheinander.
3. Technische Störungen
Signalprobleme, defekte Weichen, Störungen an Zügen oder Stellwerken – laut SBB nehmen solche technischen Probleme zu, was mit dem zunehmenden Alter des Netzes und der steigenden Belastung zusammenhängt.
4. Überlastung zu Pendelzeiten
Die Hauptachsen – insbesondere rund um Zürich, Bern, Lausanne und Basel – sind zu Spitzenzeiten an der Kapazitätsgrenze. Die Nachfrage wächst schneller als das Angebot.
Was sagt die SBB?
Die SBB räumt die Probleme ein, verweist aber auch auf die Grösse des Netzes, das rund um die Uhr in Betrieb ist. In den nächsten Jahren sollen mit neuen Zügen, mehr Personal und digitalen Systemen Verbesserungen spürbar werden.
Zitat:
„Wir wissen, dass die aktuelle Situation für viele Fahrgäste unbefriedigend ist. Wir arbeiten intensiv daran, die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit wieder auf das gewohnte Niveau zu bringen.“ – Sprecherin der SBB
Frust bei Pendlern – Vertrauen schwindet
Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage von comparis.ch geben 67 % der Berufspendler an, dass sich die Situation in den letzten 12 Monaten verschlechtert habe. Nur 18 % fühlen sich gut über Störungen informiert, während 72 % mehr Transparenz und Kommunikation fordern.
Fazit: Reformen dringend nötig
Das Schweizer Bahnnetz bleibt im internationalen Vergleich stark. Doch für die täglichen Pendlerinnen und Pendler ist der Qualitätsverlust deutlich spürbar. Ohne nachhaltige Investitionen, mehr Personal und bessere Kommunikation droht dem SBB-System ein Vertrauensverlust auf breiter Front – mit Folgen für Umwelt, Wirtschaft und Lebensqualität.
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