Zoonosen in der Schweiz 2024: Fälle nehmen zu

Die gemeldeten Zoonose-Fälle in der Schweiz sind 2024 erneut gestiegen – im Fokus stehen Campylobacter und Salmonellen.

Zoonosen sind Krankheiten, die von Tieren auf den Menschen und umgekehrt übertragbar sind. In der Schweiz steigt 2024 die Zahl der gemeldeten Fälle weiter an – besonders Durchfallerkrankungen wie Campylobacteriose und Salmonellose nehmen zu. Die Behörden reagieren mit gezielter Überwachung und Information. Vor allem kontaminierte Lebensmittel gelten als Hauptquelle. Verbraucher können mit guter Küchenhygiene viel zur Prävention beitragen.

Drei Viertel aller neu auftretenden Infektionskrankheiten weltweit sind Zoonosen. In der Schweiz gelten sie seit Jahren als relevante gesundheitliche Herausforderung. Der Mensch kann sich über verschiedene Wege anstecken – etwa durch Lebensmittel, direkten Tierkontakt oder Reisen in Länder mit niedrigem Hygienestandard. Tiere zeigen oft keine Symptome, sind aber trotzdem Überträger. Daher sind systematische Überwachungsprogramme essenziell, um frühzeitig Infektionsketten zu erkennen.

Laut dem Zoonosenbericht Schweiz 2024 hat sich die Zahl gemeldeter Zoonosefälle erneut erhöht. Campylobacteriose wurde mit rund 8’200 Fällen am häufigsten verzeichnet, gefolgt von Salmonellose mit etwa 2’300 Fällen. In beiden Fällen stehen kontaminierte Lebensmittel im Zentrum der Übertragungswege. Vor allem rohes Fleisch, unsauber verarbeitetes Geflügel und unsachgemäss gelagerte Produkte gelten als Risikofaktor.

Die zunehmenden Zahlen veranlassen Behörden wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) zu verstärkter Überwachung. Neben den klassischen Meldesystemen werden gezielte Programme auf allen Produktionsstufen durchgeführt – vom Tier bis ins Supermarktregal. Diagnostiklaboratorien übernehmen dabei eine Schlüsselrolle. Zudem informiert das BLV Konsument:innen über präventive Massnahmen – etwa richtige Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln.

Laut EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) zählen die Schweiz und EU-Staaten jährlich gemeinsam über 200’000 Fälle zoonotischer Erkrankungen. Fachleute wie Dr. Andrea Wyss vom BAG betonen: „Nur durch grenzübergreifende Zusammenarbeit und flächendeckende Überwachung lassen sich Zoonosen effektiv kontrollieren.“ Die Öffentlichkeit ist zunehmend sensibilisiert, fordert aber mehr Transparenz bei Herkunft und Hygienestandards von Lebensmitteln.

Die Entwicklung 2024 zeigt: Zoonosen bleiben ein aktuelles Gesundheitsrisiko. Besonders Campylobacter und Salmonellen stellen Behörden und Verbraucher vor Herausforderungen. Eine lückenlose Überwachung und konsequente Hygienemassnahmen sind entscheidend, um Ausbrüche einzudämmen. Verbraucher können mit bewusstem Verhalten einen aktiven Beitrag zur Lebensmittelsicherheit leisten.

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