Wieso lieben wir Katzen?

Katzenliebe weltweit: Fakten, Emotionen und wissenschaftliche Einblicke

Katzen sind für Millionen Menschen auf der Welt mehr als nur Haustiere. Sie sind Seelentröster, Persönlichkeiten und Internetstars. Doch was macht die Faszination dieser Tiere aus? Und warum haben sie sich über Jahrtausende in unsere Herzen geschlichen?

Die Geschichte der Katze als Haustier reicht über 9’000 Jahre zurück. Erste Hinweise auf domestizierte Katzen stammen aus dem Fruchtbaren Halbmond (z. B. Zypern, ca. 7’500 v. Chr.). Während Hunde aktiv gezüchtet wurden, näherte sich die Katze dem Menschen selbständig an – auf der Suche nach Schutz und Nahrung.

Im Alten Ägypten wurden Katzen sogar als heilig verehrt. Sie galten als Schutztiere und wurden nach ihrem Tod mumifiziert. Heute gibt es weltweit über 600 Millionen Hauskatzen – mit stark wachsender Zahl in urbanen Haushalten.

Internationale Studien wie jene der American Pet Products Association (2024) zeigen: Katzenbesitzer empfinden eine stärkere emotionale Bindung als bei anderen Haustieren – trotz (oder wegen) ihrer unabhängigen Art.

In der Schweiz leben gemäss einer Erhebung des Bundesamts für Statistik (2023) rund 1,8 Millionen Katzen – das entspricht rund jeder fünften Person im Land, die mit einer Katze zusammenlebt. Besonders in städtischen Regionen wie Zürich (ZH), Bern (BE) oder Lausanne (VD) ist die Zahl in den letzten Jahren stark gestiegen.

Tierschutzorganisationen wie der Schweizer Tierschutz STS weisen jedoch auf Herausforderungen hin: Viele Katzen leben ohne Chip und werden nicht kastriert. Das führt zu unkontrollierter Vermehrung und Tierleid. Gleichzeitig ist das Geschäft mit hochwertigem Katzenfutter, Spielzeug und „Catfluencern“ auf Instagram und TikTok ein Millionenmarkt geworden.

Mehrere Studien belegen: Die Anwesenheit von Katzen kann das Stresslevel von Menschen senken. Laut einer Studie der Universität Zürich (2022) wird durch das Streicheln von Katzen vermehrt Oxytocin – das sogenannte «Kuschelhormon» – ausgeschüttet.

Auch auf die Herzgesundheit wirken sich Katzen positiv aus: Eine US-Studie von Qureshi et al. (2009) ergab, dass Katzenbesitzer ein um 30 % geringeres Risiko für Herzinfarkte haben. Die Gründe dafür liegen in der beruhigenden Wirkung und dem niedrigeren Blutdruck.

Zudem sind Katzen äusserst reinliche Tiere: Sie verbringen täglich bis zu 50 % ihrer wachen Zeit mit Körperpflege – was Menschen als angenehm empfinden, etwa im Vergleich zu Hunden.

Auch Kinder profitieren: Laut einer Beobachtung des Kinderpsychiaters Dr. Thomas Egli (2023) fördern Katzen das Verantwortungsgefühl, die Geduld und das Mitgefühl von Kindern – vorausgesetzt, Eltern begleiten die Haltung sinnvoll.

In Altersheimen wiederum kommen sogenannte Therapie-Katzen zum Einsatz. Diese Tiere sind besonders ruhig und menschenbezogen – und verbessern die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner nachweislich.

Fazit

Unsere Liebe zu Katzen ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von Jahrtausende währender Nähe, biologischer Resonanz und emotionaler Erfahrung. Katzen sind nicht nur Haustiere, sondern Teil unserer Lebenswelt – oft unscheinbar, aber tief verbunden.

Sie regen uns zur Achtsamkeit an, beruhigen uns – und sind vielleicht genau deshalb die wahren Therapeuten unseres Alltags.

 

Verpasse keine News mehr! Aktiviere unseren kostenlosen Whatsapp-Kanal

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ähnliche Artikel

Exit mobile version