Was das Erdbeben in Myanmar auslöste – Experte warnt vor Nachbeben

Tektonische Spannungen an der Sagaing-Verwerfung erschüttern die Region

Am Freitag, dem 28. März 2025, wurde Myanmar von einem der schwersten Erdbeben seit Jahren erschüttert. Das Beben erreichte laut USGS eine Magnitude von 7,7 – das GFZ in Potsdam spricht sogar von 7,8. Nur zwölf Minuten später folgte ein weiteres Erdbeben mit einer Stärke von 6,4 bis 6,5. In Myanmar kamen offiziellen Angaben zufolge mehr als tausend Menschen ums Leben. In Bangkok, 1000 Kilometer entfernt, stürzte ein Hochhaus ein. Unter den Trümmern werden über 90 Verschüttete vermutet.

Die Katastrophe überrascht Fachleute nicht: Die Region gehört zu den tektonisch aktivsten der Welt. Dr. Paolo Bergamo vom Schweizerischen Erdbebendienst erklärt: „Das Epizentrum lag an der Sagaing-Verwerfung, einer aktiven geologischen Bruchlinie, die Myanmar von Norden nach Süden durchzieht. Sie markiert die Grenze zwischen der indischen und der eurasischen Platte.“

Diese Spannungszone sei der Ursprung des gewaltigen Bebens. Es betraf laut Bergamo eine Fläche von rund 165 Kilometern Länge und reichte bis zu 20 Kilometer in die Tiefe. In der Region rund um Mandalay kam es bereits zu mehreren Nachbeben in einem Radius von etwa 70 Kilometern. Doch damit ist es nicht getan: „Es ist wahrscheinlich, dass weitere Nachbeben folgen – auch grössere. Es besteht sogar eine geringe Wahrscheinlichkeit für ein Beben mit einer Stärke über 7,7“, warnt Bergamo.

Prof. Dr. Klaus Reicherter von der RWTH Aachen ergänzt: „Das ist in dieser Zone durchaus nicht ungewöhnlich. Es handelt sich um die Kollisionszone zwischen der indisch-australischen und der eurasischen Platte – den sogenannten Sundabogen. Auch der verheerende Tsunami am zweiten Weihnachtstag 2004 hatte dort seinen Ursprung.“

Laut Erdbebendaten haben sich seit 1990 bereits sechs Beben mit einer Magnitude von über 7 im Umkreis von 250 Kilometern ereignet. Das jetzige Ereignis reiht sich also in eine beunruhigende Serie ein.

Die Warnungen der Experten sind eindeutig: Die Region bleibt hochgefährdet. Behörden und Bevölkerung müssen sich auf weitere seismische Aktivitäten einstellen. Frühwarnsysteme, internationale Hilfe und präventive Massnahmen könnten überlebenswichtig sein.

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