Bei hohen Temperaturen kann ein vollgetanktes Auto gefährlich werden – besonders an sonnigen Tagen in der Schweiz.
Viele Autofahrerinnen und Autofahrer füllen bei steigenden Benzinpreisen den Tank bis zum Rand. Doch bei sommerlicher Hitze kann genau das zur Gefahr werden. Was im Alltag praktisch erscheint, birgt Risiken für Fahrzeuge und Umwelt – und wird in der Schweiz zunehmend zum Thema.
Hintergrund
In der Schweiz steigen die Temperaturen im Sommer regelmässig über 30 Grad, besonders in urbanen Regionen wie Zürich, Basel oder im Tessin. In Kombination mit Hitzeperioden und versiegelten Flächen führen diese Bedingungen zu einem verstärkten Ausdehnungsdruck in Fahrzeugtanks – ein physikalischer Effekt, der oft unterschätzt wird.
Benzin und Diesel dehnen sich bei hohen Temperaturen aus. Wird der Tank bis zum Maximum befüllt, kann der Treibstoff bei Hitzestau im Stand überlaufen oder Verdunstungsgase entwickeln – beides gefährlich für Fahrzeuge und Umwelt.
Besonders in den Sommermonaten häufen sich Meldungen über Tanküberläufe, beschädigte Tankdeckel und Fahrzeugbrände durch ausgetretenen Kraftstoff. Laut Schweizer Automobilclub TCS sollte bei Temperaturen über 25 Grad auf das vollständige Auffüllen verzichtet werden.
Tankstellenbetreiber berichten zunehmend von Vorfällen, bei denen Notabschaltungen aktiviert wurden – eine Folge überhitzter Fahrzeuge oder defekter Entlüftungen durch falsches Tankverhalten. Auch moderne Fahrzeuge mit integriertem Druckausgleich sind nicht vor den physikalischen Effekten gefeit.
Auswirkungen
Neben Sachschäden können auch gesundheitliche Risiken entstehen: Ausgetretener Treibstoff verdunstet schnell und kann sich entzünden. Bereits geringe Mengen erhöhen das Brandrisiko erheblich, besonders bei abgestellten Fahrzeugen auf heissem Asphalt.
Umweltämter warnen zudem vor Boden- und Luftbelastung durch Benzindämpfe. Deshalb empfehlen Fachstellen:
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Tank nie bis zum Anschlag befüllen
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bei Hitze in den Morgen- oder Abendstunden tanken
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Tankdeckel und Dichtungen regelmässig überprüfen
Viele Autofahrende wissen nicht, dass das gängige „bis zum letzten Ruckeln tanken“ im Sommer kontraproduktiv ist. Der TCS, die Polizei und mehrere Umweltstellen haben in den letzten Jahren verstärkt Aufklärungskampagnen gestartet, um auf diese Problematik hinzuweisen.
Ein Sprecher des Bundesamts für Strassen (ASTRA) betonte kürzlich: „Ein halber Liter zu viel kann im Extremfall ausreichen, um ein Fahrzeug zu gefährden.“ Auch Versicherer melden steigende Schadensmeldungen im Sommer – mit Bezug auf überlaufenden Kraftstoff.
Gerade bei Sommerhitze ist weniger oft mehr – auch beim Tanken. Ein nicht ganz gefüllter Tank kann Leben retten, Schäden vermeiden und die Umwelt schonen. Wer vorausschauend handelt, fährt sicherer und verantwortungsvoller.
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