Veterinäramt stellt Strafanzeige – Kritik an Aufdeckungsmethoden und Medienpräsenz
Brüssow – Erschütternde Bilder aus der Uckermark erschüttern derzeit Öffentlichkeit und Politik: Eine Tierrechtsorganisation hat verdeckte Videoaufnahmen veröffentlicht, die massive Tierquälerei in einem Milchviehbetrieb in einem Ortsteil von Brüssow dokumentieren sollen. Kälber werden durch Gitter geworfen, Kühe mit Stöcken geschlagen – die Szenen sind verstörend. Das zuständige Veterinäramt hat bereits Strafanzeige gestellt.
Die Aufnahmen, die zwischen Dezember 2024 und Februar 2025 entstanden sein sollen, wurden laut Aninova anonym übermittelt. Die Organisation leitete das Material an Behörden und Medien weiter. Die Bilder zeigen mutmasslich systematische Misshandlungen und hygienische Missstände. Laut Dr. Achim Wendlandt, Leiter des Veterinäramts Uckermark, seien die dokumentierten Praktiken tierschutzwidrig und könnten strafrechtliche Folgen nach sich ziehen.
Der Betrieb sei in der Vergangenheit mehrfach kontrolliert worden – jedoch ohne Hinweise auf strukturelle Tierquälerei. „Engmaschigere Kontrollen sind mit unseren derzeitigen personellen Ressourcen kaum realisierbar“, erklärte Wendlandt mit Verweis auf die Belastung durch die Afrikanische Schweinepest und den jüngsten Ausbruch der Maul- und Klauenseuche.
Aninova in der Kritik
Die Tierrechtsorganisation Aninova steht mit ihrer Enthüllung auch selbst in der Kritik. Zwar loben viele die Aufdeckung der Missstände – doch andere hinterfragen Motivation und Methode. So verfolgt die Organisation laut eigener Website das Ziel, Massentierhaltung abzuschaffen und einen veganen Lebensstil zu fördern. Kritiker sehen darin eine politische Agenda.
Zudem stehen die illegal aufgenommenen Bilder im Fokus: Der Landesbauernverband kritisiert die „rechtswidrige Erstellung und Sensationsverbreitung“ des Materials. Auch der öffentlich-rechtliche Sender rbb, der unangekündigt auf dem Hof gedreht haben soll, steht wegen seines Vorgehens in der Kritik.
Betrieb in Existenznot – Politik reagiert
Die Betreiber des Milchviehbetriebes äusserten sich bisher nicht zu den Vorwürfen. Klar ist: Die angeschlossene Molkerei hat inzwischen die Milchabnahme eingestellt – für die betroffene Familie mit 45 Angestellten eine wirtschaftliche Katastrophe.
Brandenburgs Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt (SPD) zeigte sich betroffen: „Ein derartiger Umgang mit Nutztieren ist in keiner Weise zu akzeptieren.“ Die Vorfälle müssten mit der „vollen Härte des Gesetzes“ geahndet werden. Gleichzeitig betonte sie: „Die Mehrheit unserer landwirtschaftlichen Betriebe arbeitet tierschutzkonform.“
Im Rahmen der Nutztierstrategie will das Land Brandenburg künftig neue Massnahmen prüfen, um Tierwohl besser abzusichern und ähnliche Fälle frühzeitiger zu erkennen. Quelle Norkurier
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