Ein 64-jähriger Mann aus Ozieri meldete einen erfundenen Mord an seiner Frau – laut Polizei wollte er Gas im Haus explodieren lassen.
ansa.it berichtet, dass ein seltsamer und gefährlicher Vorfall am späten Donnerstagabend in Ozieri auf Sardinien Alarm ausgelöst hat: Ein 64-jähriger Mann rief die Notrufnummer 112 an, behauptete, seine Frau getötet und sein Haus mit aufgedrehtem Gas unter Druck gesetzt zu haben. Tatsächlich stellte sich heraus, dass es sich bei dem Anruf um eine bewusste Falschmeldung handelte – der Frau ging es gut. Der Mann wurde noch in derselben Nacht von den Carabinieri festgenommen.
Italien ist seit Jahren mit einer angespannten gesellschaftlichen Debatte über häusliche Gewalt und Femizide konfrontiert. Behörden reagieren inzwischen mit grossem Einsatz auf jede entsprechende Meldung. Doch wenn ein solcher Notruf gezielt gefälscht wird, ist das nicht nur gefährlich, sondern bringt auch Rettungskräfte in Lebensgefahr.
Der Fall in Ozieri (Provinz Sassari) zeigt, wie schnell ein mutwilliger Alarm gefährliche Folgen haben kann – insbesondere wenn Gas im Spiel ist. Die Region auf Sardinien ist normalerweise nicht für solche Zwischenfälle bekannt, was die Aufregung umso grösser machte.
Am Donnerstagabend rief ein 64-jähriger Mann die 112 an und erklärte, er habe seine Frau getötet. Zuvor hatte er in seiner Wohnung im Stadtteil Tramentu in Ozieri das Gas aufgedreht und das Haus abgeschlossen. Die Carabinieri und die Feuerwehr eilten sofort zum Einsatzort, brachen die Tür auf – doch fanden weder die Frau noch eine Leiche vor, sondern eine leere Wohnung voller Gas.
Die Feuerwehr schloss das Ventil und lüftete das Gebäude. Währenddessen konnten die Carabinieri unter der Leitung von Major Gabriele Tronca die angeblich getötete Frau telefonisch erreichen. Sie war wohlauf – das Paar lebt getrennt.
Die Fahndung nach dem Mann begann sofort. Nur eine Stunde später wurde er gestellt und festgenommen.
Der Mann war polizeibekannt: Erst wenige Tage zuvor war er vom Gericht in Sassari verurteilt worden, weil er den Grabstein des Carabiniere Walter Frau beschädigt hatte. Walter Frau war 1995 bei einem Schusswechsel mit einer Räuberbande getötet worden – er gilt in Sardinien als Symbolfigur des Polizeidienstes.
Die Ermittler prüfen nun, ob beim aktuellen Vorfall psychologische Faktoren oder Rachemotive eine Rolle gespielt haben. Die versuchte Gasexplosion hätte nicht nur ihn selbst, sondern auch Unbeteiligte gefährden können – etwa Nachbarn oder Einsatzkräfte.
