Projekt Gemeindehaus gestoppt: Warum ein Umbau Schwanden spaltet

Das Projekt war beschlossene Sache – bis diese Beschwerde alles veränderte

Ein Neubeginn für das Gemeindehaus Schwanden? Die Bevölkerung hatte der kostenoptimierten Variante zugestimmt – doch ein einzelner Verwaltungsakt bremst nun das gesamte Vorhaben aus.

Mitten im Sommer, in einer Phase, in der Verwaltung und Politik oft zur Ruhe kommen, sorgt ausgerechnet das Gemeindehaus für Aufregung.

Und das hat gute Gründe.

Worum geht es beim Projekt genau?

Am 26. Juni 2025 beschloss die Gemeindeversammlung:

  • Das Umbauprojekt kostengünstiger zu gestalten

  • Den Verpflichtungskredit auf 8’372’711 Franken zu reduzieren

  • Trotz Spardruck notwendige Sanierungen nicht aufzuschieben

Doch wenige Tage später folgte der Dämpfer: Eine Verwaltungsbeschwerde wurde eingereicht – mit aufschiebender Wirkung.

Was bedeutet das?

  • Alle Umbauarbeiten werden gestoppt

  • Der Baustart verzögert sich auf unbestimmte Zeit

  • Auch vorbereitende Massnahmen dürfen derzeit nicht umgesetzt werden

Was steckt hinter der Beschwerde?

Details zur Identität oder zum genauen Inhalt der Beschwerde sind nicht öffentlich bekannt.

Doch der Gemeinderat nimmt sie ernst, wie Martin Baumgartner, Departementsvorsteher Hochbau und Liegenschaft, betont:

„Gerade wegen der angespannten Haushaltslage haben wir das Projekt gezielt angepasst. Investitionen in dieser Grössenordnung treffen wir nicht leichtfertig.“

Die Beschwerde zeigt: Grossprojekte rufen immer häufiger Bürgerinnen und Bürger auf den Plan – besonders wenn es um öffentliche Mittel geht.

Was passiert jetzt mit dem Gemeindehaus?

Unabhängig von der Beschwerde zeigt das Gebäude deutliche bauliche Mängel. Die Gemeinde plant deshalb:

  • Ersatzstandorte für die Verwaltung zu prüfen

  • Die Öffentlichkeit über neue Entwicklungen zeitnah zu informieren

Baumgartner unterstreicht: Das Projekt sei nicht vom Tisch – doch man wolle nichts überstürzen.


<sub>Symbolbild: Verwaltungsbüro im Übergang – auch Schwanden könnte temporär ausweichen müssen</sub>

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Vermehrt hinterfragen Bürger*innen:

  • Warum kosten Projekte so viel?

  • Gibt es günstigere Alternativen?

  • Wurden alle Folgen ausreichend geprüft?

Vertrauen entsteht durch Transparenz

Gerade in kleineren Gemeinden wie Glarus Süd sind Entscheidungen sehr sichtbar – und Kritik kann schnell auf breitere Zustimmung stossen.

Was die Gemeinde jetzt tun kann

Um das Vertrauen zu stärken und das Projekt wieder aufzugleisen, sind laut Expert:innen folgende Schritte hilfreich:

  • Offene Kommunikation über Projektziele, Risiken und Einsparungen

  • Dialog mit der Bevölkerung (z.B. Infoveranstaltungen)

  • Unabhängige Prüfberichte zu Projektkosten und Alternativen

  • Prüfung, ob Teile des Projekts trotz Beschwerde fortgeführt werden können

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