Oktopuslabor in Spanien: Kritik an Experimenten mit Babyoktopussen wächst

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Ein geplanter Forschungsstandort zur industriellen Oktopuszucht in Spanien entfacht weltweit Empörung. Tierschützer sprechen von ethischer Grenzüberschreitung – und rufen zu Protest auf.

Neues Labor, alte Debatte

In Spanien steht ein umstrittenes Projekt vor dem Start: Der Fischereikonzern Grupo Profand hat grünes Licht für ein neues Oktopuslabor erhalten. In der Einrichtung sollen Methoden zur kommerziellen Aufzucht von Oktopussen erforscht werden – mit Fokus auf die besonders sensible Phase der Larvenentwicklung. Tierschutzorganisationen schlagen Alarm.

Bereits das frühere Projekt von Nueva Pescanova vor den Kanarischen Inseln hatte weltweit für Kritik gesorgt. Es wurde nach massivem Widerstand gestoppt. Nun scheint sich mit Grupo Profand die Geschichte zu wiederholen – allerdings unter einem neuen Namen und Standort.


Oktopuslarven als Versuchstiere

Die industrielle Aufzucht von Oktopussen gilt als schwierig: In freier Wildbahn überlebt nur ein Bruchteil der Larven die ersten Lebenswochen. Um dies für die Massenproduktion zu ändern, wären laut Kritikern tiefgreifende Eingriffe in die Biologie der Tiere notwendig – mit ethisch fragwürdigen Konsequenzen.

Grupo Profand argumentiert, die Zucht könne zur Schonung wildlebender Oktopusbestände beitragen und sei ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Doch Fachleute bezweifeln diese Argumentation. Sie verweisen auf das hohe intellektuelle Niveau der Tiere – Oktopusse lösen komplexe Aufgaben, zeigen Emotionen und nutzen Werkzeuge. Einige Studien legen sogar nahe, dass sie träumen können.


Industrielle Zucht trifft Ethik

Die Organisation Ekō war bereits führend im Widerstand gegen die gescheiterte Oktopusfarm von Nueva Pescanova. Sie warnt nun erneut vor einem ethisch problematischen Präzedenzfall. „Wenn wir diese Art von Projekten nicht stoppen, droht ein weiterer Dammbruch in der Massentierhaltung“, so ein Sprecher.

Ekō verweist auf erfolgreiche Gegenbewegungen – etwa in Kalifornien, wo Oktopuszucht gesetzlich untersagt wurde. Die Bewegung ruft die Öffentlichkeit zur aktiven Beteiligung an neuen Protesten auf.


Aufruf zur öffentlichen Debatte

Die Diskussion reicht über das konkrete Projekt hinaus: Darf wirtschaftlicher Nutzen über das Wohlergehen hochintelligenter Lebewesen gestellt werden? Ist eine artgerechte Haltung von Oktopussen in Gefangenschaft überhaupt möglich?

Der Druck auf Grupo Profand wächst. Internationale Kampagnen formieren sich. Der Ausgang dieser Kontroverse könnte einen richtungsweisenden Einfluss auf zukünftige ethische Standards in der industriellen Tierzucht haben.

Quellangaben: Ekō

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