Trotz politischer Versprechen und globaler Initiativen steigt die Plastikverschmutzung in den Weltmeeren weiter an.
Jedes Jahr landen Millionen Tonnen Plastik im Meer – Tendenz steigend. Obwohl Regierungen, Konzerne und Umweltorganisationen seit Jahrzehnten den Schutz der Ozeane betonen, bleiben viele Massnahmen wirkungslos oder unverbindlich. Der Profit wirtschaftlicher Interessen scheint oft schwerer zu wiegen als Umweltziele. Die globale Gemeinschaft verfehlt ihre eigenen Vereinbarungen – mit dramatischen Folgen für Umwelt, Klima und Gesundheit.
Weltweit gelangen jährlich rund 11 Millionen Tonnen Plastik in die Meere. Bis 2040 könnte sich diese Menge verdreifachen, warnt das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP). Hauptverursacher sind Verpackungsmüll, Fischereiausrüstung und Mikroplastik aus Konsumgütern. Bereits heute finden sich Plastikpartikel in 100 % der untersuchten Meeressäugerarten, in Muscheln – und sogar im menschlichen Blut. Obwohl die Problematik seit Jahrzehnten bekannt ist, fehlt ein wirksames, globales Regelwerk mit verbindlichen Zielen.
Ein 2024 veröffentlichter Bericht der OECD zeigt: Die Produktion von Kunststoff ist auf einem Allzeithoch, während die Recyclingquote stagniert. Internationale Abkommen wie das 2022 gestartete UN-Plastikabkommen kommen nur schleppend voran. Viele Länder – darunter wichtige Plastikproduzenten – blockieren strengere Vorschriften. Gleichzeitig weichen Konzerne auf sogenannte «grüne» Alternativen aus, die oft ebenfalls problematisch sind. Die Folge: Der Meeresschutz bleibt ein Lippenbekenntnis ohne Durchschlagskraft.
Die Folgen sind dramatisch: Tiere verenden qualvoll an verschlucktem Plastik oder verfangen sich in Netzen. Korallenriffe sterben ab, Küsten werden unbewohnbar, ganze Fischbestände kollabieren. Auch für den Menschen steigen die Risiken – durch Mikroplastik in der Nahrungskette, wirtschaftliche Verluste in Tourismus und Fischerei sowie steigende Gesundheitskosten. Zwar setzen einzelne Länder auf Plastikverbote, Steuern oder Rücknahmepflichten, doch ein koordiniertes, globales Vorgehen bleibt bislang aus.
Die Plastikflut zeigt eindrücklich, wie Umweltpolitik an wirtschaftlichen Interessen scheitern kann. Der Schutz der Meere braucht mehr als symbolische Verbote – er erfordert klare Ziele, globale Kooperation und eine ehrliche Kostenwahrheit. Ohne konsequente Massnahmen steuern wir auf eine ökologische Katastrophe zu. Die internationale Staatengemeinschaft muss handeln – und zwar jetzt.
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