Bevölkerung kann Vorschläge zur Kostendämpfung einreichen
Die Gesundheitskosten in der Schweiz steigen seit Jahren kontinuierlich – ein Umstand, der weite Teile der Bevölkerung finanziell belastet. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wurde unter der Leitung von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider ein neuer Ansatz lanciert: Ab dem 15. Mai 2025 ist ein elektronischer Briefkasten geöffnet, über den alle Bürgerinnen und Bürger anonym konkrete Massnahmen zur Kostendämpfung in der obligatorischen Krankenversicherung vorschlagen können. Dieses partizipative Instrument ergänzt laufende politische Projekte und unterstreicht die gesellschaftliche Relevanz der Debatte.
Runder Tisch zur Kostendämpfung
Der Anstieg der Gesundheitskosten zählt seit Jahren zu den grössten Sorgen der Schweizer Bevölkerung. Im November 2024 initiierte Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider deshalb den Runden Tisch «Kostendämpfung», ein halbjährliches Treffen mit Akteuren aus dem Gesundheitswesen. Das Ziel: Ab dem Jahr 2026 jährlich rund 300 Millionen Franken einsparen – mit kurz- und mittelfristigen Massnahmen. Dieser Prozess läuft parallel zu weiteren politischen Vorhaben wie dem Kostendämpfungspaket 2, der Einführung von Kostenzielen sowie der einheitlichen Finanzierung ambulanter Leistungen.
Die nächsten Treffen des Runden Tisches sind für Ende Mai und Oktober 2025 angesetzt. Diese strukturierte Zusammenarbeit ergänzt langfristige Gesetzgebungsprozesse durch praxistaugliche Initiativen.
Elektronischer Briefkasten
Seit dem 15. Mai 2025 ist es möglich, über einen elektronischen Briefkasten anonym Vorschläge zur Reduktion der Gesundheitskosten einzureichen. Die Beteiligung steht allen offen und läuft bis zum 20. Juni 2025. Eine individuelle Rückmeldung erfolgt nicht – die Expertengruppe des Runden Tisches wird relevante Eingaben sichten und zielführende Beiträge in die weitere Diskussion einbringen. Die Resultate fliessen in die laufenden Arbeiten des EDI ein und werden bei den nächsten Runden Tisch-Terminen berücksichtigt.
Wie news.admin.ch berichtet, soll die Initiative den Kreis der Ideen erweitern und direkt betroffene Personen in die Lösungsfindung einbinden – ob als Prämienzahlende, Patientinnen und Patienten oder Fachpersonal.
Ergänzende Massnahmen: Gesetzgebung, Tarife, ambulante Förderung
Der elektronische Briefkasten ist Teil einer umfassenderen Strategie des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) zur Sicherung einer qualitativ hochwertigen und gleichzeitig finanzierbaren Gesundheitsversorgung. Diese basiert auf drei Säulen:
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Gesetzliche Grundlagen wie die Kostendämpfungspakete, der Gegenvorschlag zur Kostenbremse-Initiative und die einheitliche Leistungsfinanzierung.
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Tarifpflege und Leistungsüberprüfung zur Reduktion ineffizienter Ausgaben.
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Kurzfristige und mittelfristige Massnahmen wie der Runde Tisch und der neue elektronische Briefkasten.
Diese Kombination soll sicherstellen, dass das Gesundheitssystem der Schweiz nicht nur heute, sondern auch langfristig tragfähig bleibt.
Gesundheitskosten als Sorge der Bevölkerung
Kaum ein Thema betrifft die Schweizer Bevölkerung so unmittelbar wie die steigenden Gesundheitskosten. Monatliche Prämienbelastungen, Selbstbehalte und Kostenbeteiligungen wirken sich direkt auf das Haushaltsbudget aus. Dass der Staat nun gezielt auch die Bevölkerung in die Lösungsfindung einbindet, signalisiert eine neue Form der demokratischen Partizipation im Gesundheitssystem. Besonders für Prämienzahlende bietet sich hier die Chance, eigene Beobachtungen und Erfahrungen in konkrete Vorschläge zu überführen. Diese Öffnung wird als Signal verstanden, dass nachhaltige Lösungen nur im Dialog mit der Gesellschaft entwickelt werden können.Die Lancierung des elektronischen Briefkastens durch das EDI ergänzt bestehende politische Instrumente und unterstreicht den Ernst der Lage bei der Kostenentwicklung im Gesundheitswesen. Der Einbezug der Bevölkerung könnte neue Impulse für realitätsnahe Massnahmen liefern. Entscheidend wird sein, wie diese Vorschläge in den weiteren politischen Prozess einfliessen – und ob sie das Ziel einer nachhaltig finanzierbaren Gesundheitsversorgung messbar voranbringen.
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