Emission Explorer im Verkehrshaus zeigt CO2-Fussabdruck

Der Emission Explorer macht individuelle CO2-Emissionen spielerisch erlebbar

Ein Erlebnis mit Wirkung

Im Verkehrshaus Luzern (LU) zieht seit Ende 2024 ein interaktives Exponat die Aufmerksamkeit auf sich: der Emission Explorer. Entwickelt von der Empa im Rahmen der Initiative «Energy Science for Tomorrow» (ES4T), zeigt er auf spielerische Weise, wie gross der persönliche CO2-Fussabdruck ist – und wo es Veränderungspotenzial gibt.

Gleich beim Eintritt in die Ausstellung «Experience Energy!» beeindruckt ein schwebender Globus, der den weltweiten Energieverbrauch visualisiert. Wenige Meter weiter steht der Emission Explorer, wo Kinder und Erwachsene mithilfe bunter Handpumpen einen Luftballon aufblasen – als Symbol für ihre individuellen Emissionen.

Wie funktioniert der Emission Explorer?

Mit nur fünf Fragen aus den Bereichen Wohnen, Ernährung, Konsum, Mobilität und Fliegen berechnet der Explorer die Treibhausgasemissionen des eigenen Lebensstils. Jede Antwort beeinflusst, wie gross der Ballon wird. Am Ende platzt er – ein physischer Effekt, der die Unsichtbarkeit von CO2 durch einen realen Moment ersetzt.

«Im Durchschnitt stösst jede Person in der Schweiz pro Minute so viel CO2 aus, wie in einen grossen Luftballon passt», erklärt Alexander Manuzzi vom Verkehrshaus. Der interaktive Zugang vermittelt so nicht nur Wissen, sondern berührt auch emotional.

Kinder berechnen CO2-Ausstoss mit Luftballon-Experiment. (Bildquelle News.admin.ch)

Individuell und systemisch denken

Neben dem persönlichen Ausstoss macht das Exponat auch den sogenannten «Systemanteil» sichtbar: Rund 46 Millionen Tonnen CO2 entstehen jährlich durch Bereiche wie Industrie und Infrastruktur, die sich dem direkten Einfluss der Einzelnen entziehen. Pro Kopf sind das 5,4 Tonnen jährlich.

«Wir brauchen gesellschaftliche Kooperation, um die Energiewende zu schaffen», sagt Empa-Forscher Marcel Gauch. «Doch jeder kann einen Beitrag leisten – durch Verhalten und politische Teilhabe.» In einer Klimakrise sei jedes vermiedene Kilogramm CO2 relevant.

Wissenschaft verständlich aufbereitet

Die Grundlage des Emission Explorers bildet die umfangreiche Empa-Studie «MatCH» aus dem Jahr 2016, wie auch news.admin.ch berichtet. Sie analysiert die Material- und Energieströme der Schweiz und ordnet Emissionen einzelnen Sektoren zu. Diese komplexe Forschung wurde für das Exponat vereinfacht, um ein breites Publikum zu erreichen.

Seit der Installation hat das Exponat über 10’000 Interaktionen verzeichnet. Die Hoffnung: In den kommenden drei Jahren soll es noch viele weitere Besucher:innen zum Nachdenken und Handeln anregen.

Forschen, fühlen, verändern

Der Emission Explorer zeigt eindrücklich, wie Wissenschaft greifbar wird. Durch die Verbindung von Information, Interaktion und emotionaler Erfahrung wird klar: Klimaschutz beginnt bei uns selbst – aber er endet nicht dort. Wer verstehen will, wie sein Lebensstil die Umwelt beeinflusst, findet im Verkehrshaus einen eindrucksvollen Startpunkt.

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