Elektro vs. Hybrid – Was lohnt sich für Schweizer Autofahrer wirklich

Elektroautos und Hybride sind auf dem Vormarsch – doch welches Antriebskonzept passt zur Schweiz?

Die Mobilitätswende ist auch in der Schweiz angekommen. Elektroautos boomen, Hybridmodelle gelten als Brückentechnologie. Doch welche Technologie lohnt sich im Alltag? Welche Unterschiede bestehen bei Kosten, Umweltbilanz und Infrastruktur? Und welche Rolle spielt das Schweizer Terrain? Dieser Bericht liefert einen fundierten Vergleich, regionale Perspektiven und klare Entscheidungshilfen.

Der Schweizer Automarkt befindet sich im Umbruch. Im Jahr 2024 war bereits jedes fünfte neu zugelassene Fahrzeug vollelektrisch. Gleichzeitig bleibt der Anteil der Hybridfahrzeuge hoch, insbesondere bei Plug-in-Hybriden (PHEV) und Vollhybriden. Beide Antriebsarten gelten als Alternativen zum klassischen Verbrenner – unterscheiden sich jedoch technisch deutlich.

Elektrofahrzeuge fahren rein elektrisch mit Energie aus der Batterie. Sie stossen lokal keine Emissionen aus, benötigen aber Ladeinfrastruktur. Hybridfahrzeuge kombinieren Verbrennungsmotor und Elektromotor, wobei sie je nach Bauart (Mild-, Voll- oder Plug-in-Hybrid) kürzere Strecken auch elektrisch fahren können. Der Übergang zur vollelektrischen Mobilität wird politisch forciert: Ab 2035 dürfen in der EU keine reinen Verbrenner mehr neu zugelassen werden – mit Auswirkungen auch auf die Schweiz.

In der Schweiz unterscheidet sich die Attraktivität von Elektro- und Hybridfahrzeugen stark nach Region. In städtischen Gebieten wie Zürich oder Basel profitieren E-Auto-Fahrer von einer gut ausgebauten Ladeinfrastruktur – öffentliche Ladesäulen, Tiefgaragen mit Wallboxen und Förderprogramme sind vorhanden. In ländlichen Regionen hingegen, insbesondere im Alpenraum, dominieren nach wie vor Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor oder Hybridantrieb.

Im Gebirge kann der Hybridantrieb Vorteile bringen, etwa durch Rekuperation und flexible Reichweite. Im Flachland oder im Pendelverkehr hingegen punkten E-Autos mit niedrigen Betriebskosten und direktem Ansprechverhalten. Auch kantonale Unterschiede bei der Verkehrssteuer, Versicherung und Förderung beeinflussen die Wahl: Einige Kantone gewähren Steuervergünstigungen oder Gratis-Parkplätze für E-Autos, andere nicht.

Kostenvergleich 2025: Ein durchschnittlicher E-Auto-Fahrer in der Schweiz spart rund 20–30 % an Energiekosten im Vergleich zu einem Hybridnutzer – je nach Strom- und Benzinpreisen. Laut TCS kann der Unterhalt eines E-Autos bis zu CHF 800 pro Jahr günstiger sein. Allerdings sind Anschaffungskosten nach wie vor höher, auch wenn Prämien und Steuererleichterungen gegengerechnet werden.

CO₂-Bilanz: Während BEVs lokal emissionsfrei fahren, verursachen sie bei Produktion (v. a. der Batterie) höhere Emissionen. Über den Lebenszyklus hinweg ist der CO₂-Fussabdruck jedoch meist geringer als bei Hybriden – vorausgesetzt, der Strommix enthält einen hohen Anteil erneuerbarer Energie, was in der Schweiz meist der Fall ist.

Für viele Autofahrer:innen entscheidet der Alltag: Wer täglich nur wenige Kilometer zur Arbeit fährt und zu Hause laden kann, fährt mit dem Elektroauto günstiger, leiser und emissionsfrei. Wer jedoch oft in abgelegenen Regionen unterwegs ist, längere Strecken fährt oder keine Ladestation hat, findet im Hybrid einen praktischen Kompromiss.

Sowohl Elektro- als auch Hybridfahrzeuge haben ihre Berechtigung in der Schweiz. Wer nachhaltig, günstig und emissionsfrei unterwegs sein will, ist mit einem E-Auto in urbanen Regionen gut beraten. Wer flexibel bleiben muss, in den Bergen lebt oder häufig Langstrecke fährt, findet im Hybrid eine solide Zwischenlösung. Entscheidend sind Infrastruktur, Strecke und persönliche Prioritäten.

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