Der Bergsturz von Schwanden GL und seine Folgen

Der Erdrutsch von Schwanden hat Spuren hinterlassen – jetzt wird das Gebiet gesichert und neu gedacht.

 Der massive Bergsturz vom 29. August 2023 in Schwanden im Kanton Glarus hat nicht nur das Ortsbild verändert, sondern auch das Leben vieler Menschen auf den Kopf gestellt. Noch heute – fast zwei Jahre danach – sind die Folgen spürbar: Schutzbauten, gesperrte Zufahrten und Unsicherheit prägen die Region. Was hat sich seit dem Ereignis getan – und wie geht es weiter, auch im Hinblick auf die wichtige Verbindung zur Mettmenalp?

Beim Erdrutsch in Schwanden GL verschütteten rund 30’000 Kubikmeter Geröll sechs Häuser komplett, weitere 38 Gebäude wurden beschädigt. Fast 100 Personen mussten evakuiert werden, 46 Menschen verloren dauerhaft ihr Zuhause. Das betroffene Gebiet in der sogenannten Wagenrunse wurde zur Sperrzone erklärt. Das Ereignis hat die Diskussion über Naturgefahren in den Alpenregionen neu entfacht.

Heute steht ein 6,5 Meter hoher Schutzdamm, der die umliegenden Häuser vor weiteren Murgängen und Erdrutschen sichern soll. Laut der Gemeinde Glarus Süd sind allerdings noch immer rund 60’000 Kubikmeter Material instabil und könnten bei starken Regenfällen erneut in Bewegung geraten. Die Sperrzone bleibt bestehen, weitere Schutzmassnahmen sind geplant.

Die Niderentalstrasse, welche zur beliebten Seilbahn Kies–Mettmen führt, ist weiterhin gesperrt. Grund dafür sind tiefe Risse in der Strasse sowie die andauernde Gefahr von Hangbewegungen. Die Gemeinde prüft derzeit verschiedene Varianten für eine sichere Erschliessung des Gebiets. Diskutiert werden u.a. eine neue Seilbahnverbindung direkt ab Schwanden sowie eine Umfahrung über den Schwanderberg. Eine rasche Lösung ist allerdings nicht in Sicht.

Die Betroffenheit in Schwanden ist noch immer gross. Viele Familien mussten umziehen, ihr Hab und Gut zurücklassen. «Es ist nicht nur ein Haus, das wir verloren haben, sondern unser Lebensmittelpunkt», sagte ein Anwohner gegenüber der Regionalpresse. Gleichzeitig ist der Zusammenhalt im Dorf gewachsen. Freiwillige, Feuerwehr und Gemeinde haben rasch gehandelt und die Versorgung sichergestellt.

Der Bergsturz von Schwanden bleibt ein Mahnmal für die Macht der Natur. Doch er zeigt auch, wie rasch und entschlossen lokale Strukturen reagieren können. Die Gemeinde arbeitet mit Hochdruck an langfristigen Schutz- und Erschliessungslösungen. Wie diese konkret aussehen werden, bleibt offen. Klar ist: Schwanden wird nie mehr so sein wie vor dem August 2023.

Erdrutschgebiet in Schwanden GL
Erdrutschgebiet in Schwanden GL
Erdrutschgebiet in Schwanden GL
Erdrutschgebiet in Schwanden GL mit zerstörten Gebäuden

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